Forum Grenzwissenschaften und Kornkreise Kornkreise – Grenzwissenschaftliche Untersuchungen (Archiv-2019)

2. Mai 2009

Niedersachsen: Verbot für Himmelslaternen!

Filed under: FGK-Blogroll,Gesundheit,Lichtphän./Orbs,Peters,Umwelt — Frank @ 15:48

Hannover – „Gefährliche Glühwürmchen“
himmelslaterne.jpgLeuchtende Mini-Heißluftballone, die in der Vergangenheit am nächtlichen Himmel nicht selten für UFOs gehalten wurden, sind in Niedersachsen ab dem 1. Mai 2009 verboten. Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat aus Sicherheitsgründen untersagt, derartige Flugkörper in Zukunft steigen zu lassen, so ein Sprecher des niedersächsische Innenministerium am Donnerstag, den 30. April in Hannover. Gemeint sind Heißluftballone oder Himmelslaternen wie z.B „Flammea“, „Sky-Laterne“, „Wunschballon“, „Feelgood-Alive-Laterne“, „Kong-Ming-Laterne“, „Kong-Ming-Lampion“ u.a., die aus Reispapier gebaut werden und bei denen die Luft mit einer offenen Flamme aus festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen erwärmt wird. Bei der Landung hatten diese Ballone in Niedersachsen zuletzt mehrere Brände ausgelöst. Ein Verstoß gegen das Verbot kann nach dem Brandschutzgesetz mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro bestraft werden. Die Himmelslaternen können bis zu 5 Kilometer weit und 400 Meter hoch fliegen. Das Aufsteigenlassen bedurfte zuvor bereits einer Erlaubnis, denn Sie mussten gemäß § 1 LuftVG und § 16 Abs. 1 Nr. 5 LuftVO angemeldet werden.
Vor ca. 2000 Jahren hat der chinesische Militärführer Kong Ming die Himmelslaternen zum Transport von Informationen für sein Königreich eingesetzt. Später wurden sie bei besonderen Anlässen als eine Art Feuerwerk von den Bürgern eingesetzt, welches Glück bringen beziehungsweise Wünsche erfüllen sollte. Vor dem Aufsteigen wird ein Wunsch in die Laterne geflüstert, ehe sie in den Himmel entlassen wird. Im Jahr 2005 wurden am Strand von Khao Lak 5000 Kong-Ming-Lampions im Gedenken an die Opfer des Seebebens im Indischen Ozean 2004 in den Nachthimmel geschickt.
himmelslaterne4.jpg„Himmelslaternen machten jedes Fest zum Erlebnis…“ so die Beschreibung einer Himmelslaterne vom Hersteller: „Alles, was das Leben einzigartig macht, ist von kurzer Dauer und hinterlässt doch seine Spuren, wie ein „Feuerwerk“ der außergewöhnlichen Art: wenn der Glücksballon (Himmelslaterne, Skylaterne, Wunschlaterne, Partyballon) leuchtend in den dunklen Nachthimmel entschwebt, bleibt nichts zurück. Und trotzdem freuen sich die Zuschauer, als hätten sie gerade ein wunderbares Geschenk bekommen. In solchen Sommernächten erkennen wir, dass Wunderbares nicht teuer sein muss. Für alle, die das Besondere lieben: Feste feiern und das Leben genießen, wobei das Glück, das Wünschen und die richtige Atmosphäre nicht fehlen dürfen. Lassen Sie den Glücksballon steigen! Ein Must-have für Ihre Hochzeit, ihr besonderes Fest oder als elegantes Geschenk.“
Auf Geburtstagsfeiern und Hochzeiten waren sie der letzte Schrei – wenn alles gut ging. Wenn allerdings nicht, konnten die sanft leuchtenden Laternen auch zu lichterloh brennenden Feuerbällen mutieren. Zur Begründung hieß es aus Hannover, dass der Betreiber eines solchen Ballons nach dem Start keinen Einfluss mehr auf ihn habe. Die Laternen erreichten Flugreichweiten von mehr als 5000 Metern und Flughöhen von bis zu 400 Metern. Aufgrund des brennbaren Materials und der offenen Flamme bestehe die Gefahr, am Landepunkt ein Feuer auszulösen. In den vergangenen Monaten seien Himmelslaternen Grund für mehrere Brände in Niedersachsen gewesen.
Nach Angaben des Ministeriums wird ein Verbot unbemannter Heißluftballone seit Monaten bundesweit diskutiert und insbesondere von Feuerwehrverbänden gefordert. Auch ein Ausschuss der Innenministerkonferenz befasse sich mit dem Thema. In Niedersachsen war ein Verbot unausweichlich, da es kaum geeignete Flächen mit ausreichend Abstand zu bebauten Flächen und Verkehrsinfrastruktur gebe, die als erlaubte Flächen benannt werden könnten. Der Verkauf der sogenannten Himmelslaternen fällt den Angaben zufolge allerdings nicht unter das Verbot.
Keine Frage, den unkontrollierten Faktor gab es schon seit Beginn des Himmelslaternen-Booms. Wenn man an die vielen reethgedeckten Scheunen und Wohnhäuser, an die Felder und Wälder und vor allem die Naturschutzgebiete „Lüneburger Heide“ und andere denkt, wird ein Großteil der Bevölkerung dem Verbot bedenkenlos zustimmen.
Eine Frage sei aber an dieser Stelle erlaubt: Ob sich schon einmal jemand in Thailand, China, Korea oder Japan Gedanken über ein Verbot der „unkontrollierten Himmelsleuchten“ gemacht hat?

FGK - Archiv 2019