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29. April 2009

Gefährliche Gen-Experimente gehen weiter!

Filed under: FGK,FGK-Blogroll,Gesundheit,Peters,Umwelt — Frank @ 20:38

Das Anbau-Verbot von MON 810 Gen-Mais war nicht mehr als Augenwischerei!
genfood.jpgKeine klare Linie zeigen momentan die Regierungsparteien zum Gen-Mais und Gen-Kartoffel-Anbau. Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner hatte Mitte April den Anbau von MON 810 Gen-Mais verboten. MON 810 ist allerdings nur eines von vielen genveränderten Produkten die weiterhin in unzähligen Freilandversuchen von Monsanto, BASF, Pioneer u.a. Chemieriesen in Deutschland zum Einsatz kommen.

Hier eine kleine Auswahl von Pressemeldungen der letzten Tage.
Genmais-Anbau läuft nach Verbot in Bayern weiter
München
– Auch nach dem Verbot der Genmais-Sorte MON 810 werden in Bayern weiter Genpflanzen angebaut. Der US-Konzern Monsanto wird in Düllstadt nach Angaben der Regierung von Unterfranken demnächst auf 3,1 Hektar Genmais für einen Freisetzungsversuch aussäen. Das Münchner Umweltministerium lehnt die Versuche ab, ist aber machtlos. Ministerpräsident Horst Seehofer wurde von den Monsanto-Plänen überrascht. Er sagte, er höre von der geplanten Aussaat zum ersten Mal.

Genmais wird weiter in Sachsen angebaut
Tharandt/Sachsen
– Auch nach dem Verbot der Genmais-Sorte MON 810 durch das Bundeslandwirtschaftsministerium wird in Sachsen offenbar weiterhin gentechnisch veränderter Mais angebaut. Wie das Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen am Montag in Tharandt mitteilte, darf auf einer Fläche von 2700 Quadratmeter in der Gemeinde Zabeltitz ein herbizidresistenter Mais des Herstellers Pioneer ausgesät werden. Sachsen galt bislang als eines der größten Anbauländer für Genmais. Angemeldet war für dieses Jahr der Anbau auf einer Fläche von 970 Hektar. Nur wenige Tage nach dem Verbot von MON 810 gehen die gefährlichen Experimente mit gentechnisch veränderten Pflanzen weiter.

copyright-greenpeacede.jpgGen-Mais wird in Unterfranken gesät – Das Verbot ist nur auf eine Sorte beschränkt.
MÜNCHEN
– Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat zwar Freilandversuche für den genveränderten Mais MON 810 des US-Konzerns Monsanto verboten, auf Drängen ihrer Münchner Parteifreunde. Gestern früh aber gab sie den Feldversuch frei für die ebenfalls manipulierte Kartoffel Amflora des Chemieriesen BASF.


Die große Mehrheit der Bevölkerung (75% laut Meinungsumfrage) will keine genmanipulierten Waren in den Regalen der Verbrauchermärkte und keine Gen-Technik-Experimente auf deutschen Feldern!
Der Verbraucher darf sich die Frage stellen, wer dieses Land regiert – sind es die gewählten Volksvertreter oder haben schon die Chemieriesen die Macht im Staat übernommen. Das Veto des Volkes kann wohl eindeutiger nicht sein.


Befürworter der Gen-Technik
„Das Verbot nehme ich nicht so einfach hin. Mitten in einer schweren Wirtschaftskrise setze ich besonders auf die Hochtechnologie wie die grüne Gen-Technik.“
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU)
„Ich erwarte nach dem Verbot einer Gen-Mais-Sorte ein klares Signal der Bundesregierung, dass sie den Einsatz der Gen-Technik in Deutschland befürwortet. So steht es auch im Koalitionsvertrag mit der SPD.“
Christian Wulff, niedersächsischer Ministerpräsident (CDU)

Während die Politik streitet, fragt sich der Verbraucher, wie gefährlich sind genmanipulierte Pflanzen wirklich? Welche Wirkung haben sie langfristig auf die Nahrungsmittelkette und auf die Umwelt? Bei der Diskussion um Genmais und Genkartoffel wird übersehen, dass in Deutschland schon längst Lebensmittel auf dem Markt sind, die Gentechnik enthalten. Trotz Kennzeichnungspflicht lässt sich oft nicht erkennen, ob ein Lebensmittel manipuliert worden ist. Vor allem in drei Bereichen kann die Gentechnik ihren Weg auf den Mittagstisch finden: Zum einen werden viele Zusatzstoffe, zum Beispiel Vitamine, mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt.


Auf alarmierende Weise haben sich in genmanipulierten Feldern der USA „Super-Unkräuter“ wie Pigweed und andere angesiedelt. Über Vogel-, Kleintier- und Bienensterben in diesen Feldern wurde bereits berichtet.
Die Natur wehrt sich und schlägt endlich zurück!


Die aktuelle Gen-Mais-Anbau-Landkarte 2009 von Deutschland
Über 90% der für Gen-Mais-Anbau beantragten Flächen liegen in Brandenburg (44,8), Sachsen (26,7%) und Mecklenburg-Vorpommern (21,5%). Die Gesamtfläche für den Gen-Mais-Anbau in Deutschland beträgt bereits 3688 ha.
gen_mais_24_02_2009_cmyk.jpg
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