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26. April 2009

Schweinegrippe – weltweiter Alarm!!!

Filed under: FGK,FGK-Blogroll,Gesundheit,Peters,Umwelt — Frank @ 18:06

Mexiko City – Schweinegrippe in Mexiko – Europa wappnet sich inzwischen gegen tödliches Virus
cdc-copyright-2009.jpgEs gibt bereits 86 Tote und mehr als 1300 Infizierte in Mexiko, 20 Krankheitsfälle in New York/USA und inzwischen gibt es bereits Verdachtsfälle in Spanien, Frankreich und sogar in Neuseeland. Der aktuelle Erreger in Mexiko ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation eine neu entstandene Variante des Typs H1N1, der sowohl bei Menschen als auch bei Schweinen und Vögeln vorkommen kann. (Foto: Das Virus – CDC2009 Copyright) Die mexikanische Regierung hatte am Wochenende drastische Maßnahmen gegen die Ausbreitung der tödlichen Grippewelle verhängt. Präsident Felipe Calderón stattete die Gesundheitsbehörden mit Sondervollmachten aus, um die Epidemie einzudämmen. Die Angst vor einer Ausbreitung wächst. Fußballstadien blieben am Wochenende leer, Schulen und Museen geschlossen. Die Angst vor einer massenhaften Verbreitung eines neuen Erregers hat die Metropole Mexiko-Stadt mit ihren 20 Millionen Einwohnern lahmgelegt. Schweine gelten als besonders gefährlich, weil sich verschiedene Grippeviren in ihnen gleich gut vermehren und auch mischen können. Schweine können sich wie Pferde, Vögel und Menschen mit Grippe infizieren. Die klassische Schweinegrippe ist unter den Tieren zwar stark ansteckend, es sterben jedoch nur wenige Schweine daran.

schweine.jpgUntersuchungen in den USA haben gezeigt, dass dort 30 bis 50 Prozent aller Tiere von kommerziellen Schweinefarmen eine Infektion durchgemacht haben. Für Menschen sind die Schweine normalerweise nicht besonders ansteckend. Die US-Seuchenkontrollbehörde CDC hat in den USA allerdings seit 2005 einen Anstieg der Schweinegrippefälle bei Menschen registriert. Durch Schweinefleisch kann die Krankheit nach Angaben der Behörde nicht übertragen werden. Der Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko hat die europäischen Behörden inzwischen in Alarmbereitschaft versetzt. Deutsche Flughäfen bereiten sich auch schon auf heimkehrende Mexiko-Touristen vor. Die Krankheit werde von Experten der EU „sehr genau“ verfolgt, verlautete am Sonntag aus Brüssel. Bisher wurde aber noch kein Fall gemeldet. Deutschland rüstet sich für den Fall, dass das gefährliche Virus eingeschleppt wird.
afp-copyright-2009.jpgDas Besondere an der Krankheit ist der neuartige Erreger, der Influenzaviren vom Schwein, von Vögeln und vom Menschen verbindet und gegen den es keinen eigenen Impfstoff gibt. (Foto: Mexiko City – AFP2009 Copyright) Besorgt sind Experten vor allem, weil das Virus A/H1N1 offenkundig nicht nur vom Schwein zum Menschen, sondern auch von Mensch zu Mensch übertragen wird. Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern, die bekannt sind. Die Entwicklung gänzlich neuer Typen ist zwar selten, aber extrem gefährlich. Meist springen dabei irgendwo in der Welt Viren von Vögeln oder, wie jetzt in Mexiko, von Schweinen auf den Menschen über. Wenn sie in dessen Körperzellen auf andere, ältere Grippeviren treffen, kann sich ihr Erbgut mischen und völlig neue Erregertypen entwickeln.
Das Risiko für Deutschland sei noch nicht zu bewerten, bekräftigte das Robert-Koch-Institut am Sonntag in Berlin und verwies auf die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO, dass der Erreger zu einer Pandemie – also einer weltweiten Epidemie – führen könnte. Experten warnen seit Jahren vor einer Grippe-Pandemie. Gemeint ist die weltweite Ausbreitung eines Virus, gegen den keine Impfmöglichkeit besteht. Für den Fall haben auch deutsche Behörden aufwendige Vorsorge- und Krisenablaufpläne erarbeitet und unter anderem große Mengen antiviraler Medikamente eingelagert. Allerdings habe die WHO noch keine höhere Warnstufe ausgerufen.
ap-copyright-2009.jpgBisherige Pandemien
Pandemien hat es zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte gegeben. Aber erst heute, angesichts engerer Interdependenzen unter den Bedingungen der Globalisierung, zeigt sich, dass die Ausbreitung von Seuchen zu einem Problem geworden ist, das alle Staaten betrifft. (Foto: Mexiko City – AP_2009 Copyright)Maßnahmen, die von einem breiten Bündnis der Staatengemeinschaft und von internationalen Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation gemeinsam getragen werden, sind für die Eindämmung von Pandemien erfolgversprechend. Notwendig sind aber auch detailliert ausgearbeitete nationale Notfallpläne schon im Vorfeld möglicher Krankheitsausbrüche, welche das nahtlose Ineinandergreifen der Einrichtungen auf den verschiedenen Ebenen gewährleisten.
Zwischen 1918 und 1920 ging die „Spanische Grippe“ um die Welt und kostete wahrscheinlich 25 Millionen Menschen das Leben. Einige Experten gehen sogar von rund 50 Millionen Todesopfern aus. Der Erreger, ein außergewöhnlich aggressiver Grippevirus vom Typ H1N1. Er bedrohte vor allem junge, gesunde Menschen zwischen 20 und 40 Jahren und nicht wie andere Grippeviren hauptsächlich Kleinkinder und ältere Menschen.
1957 folgte die „Asiatische“ und 1968 die „Hongkong-Grippe“. Benannt wurden die Erreger jeweils nach der Region, in der sie erstmals isoliert wurden. Sie können sich von diesen Regionen über die gesamte Welt ausbreiten. Großen Schrecken verbreitete auch die „Vogelgrippe“, die Ende 1997 in Hongkongs Hühnerställen grassierte und an der mehrere Menschen starben. Zum Glück konnte das Virus aber nur von Vögeln auf den Menschen mutieren und nicht umgekehrt, so dass eine weltweite Epidemie ausblieb.
Weitere Informationen: Pandemie
Szenarium einer Pandemie am Beispiel von Influenza A/H5N1

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